150 Jahrfeier

150 Jahrfeier

      • Karl Valentin – Ein berühmter Schüler unserer Schule - Klasse 2a

      • 06.07.2026 11:54
      • Bilder folgen
      •  

        Im Rahmen unseres Schuljubiläums hat sich die Klasse 2a mit einem der berühmtesten Schüler der vergangenen 150 Jahre beschäftigt. Denn von 1888 bis 1892 drückte Valentin Fey – später weltberühmt als Karl Valentin – hier die Schulbank.

        Ein begeisterter Schüler war er allerdings nicht immer. Die Schule vor über 100 Jahren war von strenger Disziplin geprägt und für Freigeister wie ihn manchmal eher Strafe als Vergnügen. Umso schöner, dass ausgerechnet dieser Junge später zu einem der bekanntesten Komiker, Schauspieler, Musiker und Sprachkünstler Deutschlands wurde.

        In unserem Museumsraum haben wir verschiedene Facetten seines Lebens aufgegriffen und mit viel Freude umgesetzt.

         

        Das Musikgenie

        Karl Valentin war ein echtes Multitalent. Neben der Zither spielte er unter anderem Posaune, Klarinette, Mandoline, Pauke und Violine – vermutlich alles gleichzeitig, wenn man ihn gelassen hätte.

        Die Kinder haben eines seiner Couplets, „Das Blödsinnslied“, ausgewählt und als kleinen Film aufgenommen. Unsere Besucher konnten sich die Aufführung mit einem beiliegenden Liedzettel ansehen – und wer wollte, durfte natürlich auch mitsingen. Ob das im Sinne Valentins gewesen wäre, wissen wir zwar nicht. Vermutlich hätte ihn genau das amüsiert.

         

        Kinopionier

        Apropos Film: Das damals noch junge Medium hatte es Karl Valentin besonders angetan. Gemeinsam mit seiner langjährigen Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt drehte er über 40 Filme.

        Drei davon, die der Klasse besonders gut gefallen haben, liefen in unserem kleinen „Kino“ im Klassenzimmer. So konnten unsere Besucher selbst erleben, dass Valentins feinsinniger Humor, seine Wortspiele und sein unverwechselbares Können bis heute nichts von ihrem Charme verloren haben.

        Gezeigt wurden „Die Orchesterprobe“, „Der Firmling“ und „Im Fotoatelier“. Die Filme wurden freundlicherweise über die Homepage des Valentin-Karlstadt-Museums zur Verfügung gestellt und von der Klasse ausgewählt.

         

        Grimassenschneider

        Wer an Karl Valentin denkt, denkt früher oder später auch an seine unverwechselbaren Grimassen. Natürlich durfte deshalb eine Grimassen-Galerie in unserem Museumsraum nicht fehlen.

        Dafür haben wir uns zunächst eines ganz modernen Hilfsmittels bedient. Die Kinder durften sich selbst fotografieren – allerdings nicht geschniegelt und gestriegelt, sondern mit möglichst wilden Grimassen. Je schräger, desto besser. Ganz im Sinne Valentins.

        Anschließend kam die Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Oder, wie man heute sagt: KI. Mit dem einfachen Auftrag: „Verwandle das Bild in ein Foto im Sepia-Stil und gib ihm einen Hintergrund wie vor 100 Jahren.“ So entstanden Porträts, die aussahen, als hätten sie schon zu Valentins Zeiten an einer Museumswand gehangen.

        Eigentlich wollten wir auch unsere Besucher Teil dieser Galerie werden lassen. Fotos machen, Diashows einspielen – so lautete der Plan. Doch dann fiel uns ein, dass es da ja noch den Datenschutz gibt. Oder besser gesagt: dass der manchmal schneller ist als jede Kamera.

        Also haben wir das Ganze ganz im Sinne Karl Valentins gelöst – ein bisschen einfacher, ein bisschen pfiffiger und mit einem Augenzwinkern. Statt Kameras hängten wir Spiegelfliesen in unsere Galerie. So konnte jeder, ob klein oder groß, ganz ohne Foto und völlig datenschutzkonform seine schönste, schrägste oder verrückteste Grimasse ziehen – und wurde im selben Moment selbst Teil unserer Grimassen-Galerie.

         

        Sprücheklopfer

        Karl Valentin war dafür bekannt, zu allem und jedem eine eigene Meinung zu haben. Und weil eine bloße Meinung für ihn viel zu gewöhnlich gewesen wäre, verpackte er sie lieber in Sprüche, Wortspiele und Gedanken, die bis heute zum Schmunzeln, Nachdenken oder Stirnrunzeln anregen – manchmal sogar alles gleichzeitig.

        Wir haben uns zwanzig seiner bekanntesten Sprüche ausgesucht und sie mit alten Druckereibuchstaben auf Plakate gedruckt. Anschließend ließen wir sie mit Kaffee und Tee künstlich altern, bis sie aussahen, als wären sie gerade auf einem staubigen Dachboden wiederentdeckt worden.

        Am Jubiläumstag konnten auch unsere Museumsbesucher selbst zu kleinen Sprücheklopfern werden. Mit den historischen Druckbuchstaben gestalteten sie ihre eigenen Plakate und nahmen so nicht nur eine schöne Erinnerung mit nach Hause, sondern vielleicht auch ein kleines Stück Karl Valentin.

         

        Wortklauberer

        Karl Valentin hat nicht nur Sprüche geklopft – er hat Wörter und Redewendungen oft ziemlich wörtlich genommen. Genau daran haben wir uns orientiert.

        Bei uns konnte man also tatsächlich die Nadel im Heuhaufen finden, abgefüllte Mäusemilch und Krokodilstränen bestaunen oder den berühmten Elefanten im Porzellanladen entdecken – natürlich inklusive kaputtem Geschirr.

        Wie in einem echten Museum hatte jedes Ausstellungsstück seine eigene Beschreibung. Mit der Wahrheit haben wir es dabei allerdings nicht immer ganz so genau genommen – ganz im Sinne Karl Valentins. So wurde der Grasdackel angeblich bereits 1888 auf dem Schulhof der Klenzeschule entdeckt, während der Faden mit deutlichen Mäusebissspuren 1942 im Hausmeisterbüro der Burg Grünwald gefunden worden sein soll. Die Daten und Orte hatten dabei stets einen Bezug zu Valentins Leben.

        Natürlich sollten auch unsere Besucher selbst ein wenig knobeln. Deshalb gab es passend zu unserer Sprichwörter-Ausstellung ein Quiz: Zu jedem Ausstellungsstück musste das richtige Sprichwort gefunden werden. Gar nicht so leicht – aber ein großer Spaß für kleine und große Besucher.

         

        Lebenslauf – Erinnerungen

        Damit sich unsere Besucher schnell einen Überblick über Karl Valentins Leben verschaffen konnten, haben wir seinen Lebensweg auf einem Zeitstrahl dargestellt. Bilder und kurze Informationen erzählten von seiner Kindheit, seiner Familie, seinen Wegbegleitern und Wegbegleiterinnen sowie von den wichtigsten Stationen seines Lebens.

        Besonders gefreut haben wir uns darüber, dass wir einige der gezeigten Fotografien dem Fotoalbum seiner Urenkelin entnehmen durften. Ein echter Glücksfall – oder, ganz nach Karl Valentin, vielleicht doch eher ein Zufallstreffer.

         

        Resümee

        Die Beschäftigung mit Karl Valentin hat den Kindern große Freude bereitet. Sie haben dabei nicht nur einen außergewöhnlichen Künstler kennengelernt, sondern auch erfahren, dass Humor, Kreativität und ein ungewöhnlicher Blick auf die Welt zeitlos sind.

        So wurde schnell deutlich, dass Menschen, die vor über 100 Jahren gelebt haben, auch heute noch begeistern, zum Lachen bringen und zum Nachdenken anregen können. Karl Valentin hat unsere Klasse auf diese Weise ein Stück durch das Schuljahr begleitet. Vielleicht bleibt von diesem Projekt nicht nur der eine oder andere Spruch in Erinnerung, sondern auch die Erkenntnis, dass man die Welt manchmal mit anderen Augen betrachten sollte.

      • Zurück zur Artikelliste